Rettungshubschrauber-Standort Wannweil: Was spricht dagegen?

Initiative des Kreisklinikums Reutlingen

Um den Wannweiler Standort hat sich nicht die Gemeinde Wannweil beworben - entgegen der Darstellung auf den Unterschriftenlisten der Bürgerinitiative, sondern das Kreiskrankenhaus Reutlingen möchte sich mit diesem Standort bewerben.

Alternativer Standort Tübingen - es entsteht kein Defizit in der Notfallversorgung der Alb

Das 2018 vom Innenministerium veranlasste Verlegungsgutachten spricht primär von einer Verlegung des Hubschraubers von Leonberg nach Tübingen, nicht von einer Verlegung nach Reutlingen. Lediglich nach Berechnungen wäre auch eine Verlegung auf eine Achse RT/TÜ möglich.

Die Tübinger Kliniken wurden schon vor längerer Zeit vom Regierungspräsidium Tübingen zu einer Bewerbung aufgefordert, das Reutlinger Klinikum dagegen nicht.

Unikliniken und BG Tübingen bieten ein breites Spektrum an Hilfen für Notfallpatienten jeglicher Art.

Der Standort Tübingen deckt die Versorgungslücke auf der Schwäbischen Alb gleichermaßen ab wie ein etwaiger Standort Wannweil. Beide Standorte liegen gerade mal 2 bis 3 Flugminuten auseinander.

Ein Defizit in der Notfallversorgung entsteht also in keinem Fall.

Zudem wird ein Großteil der Einsätze des in unserer Raumschaft stationierten Helis weiterhin in den Großraum Stuttgart hinein stattfinden.

Tübinger Standort teurer?

Das Innenministeriums BW hat sich der Presse gegenüber so geäußert, dass etwaige höhere Kosten für die Einrichtung des Standortes Tübingen kein Problem wären, da ein solcher Standort auf Jahrzehnte unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrieben werde.

Stationierung der Rettungshubschrauber in BW

Übrigens sind von den 8 in Baden-Württemberg stationierten Rettungshubschraubern 6 bei Kranken-häusern und 2 auf Flughäfen stationiert.

Keiner auf der grünen Wiese!

Hätte Wannweil Vorteile durch die Stationierung?

Es würde sich nichts daran ändern, dass die Notärzte unseres Landkreises durch die Luftrettung entlastet werden. Der Heli kümmert sich – jetzt von Leonberg aus, später z. B. von Tübingen oder Wannweil aus – um Notfälle, die der Luftrettung bedürfen. Ärzte und Personal des Rettungshubschraubers werden nicht in Wannweil eingesetzt. Es gibt also hinsichtlich der Notfallversorgung Wannweils keine unmittelbaren Vorteile. Die Notfallversorgung für unsere Gemeinde ist auch bisher als sehr gut zu bezeichnen.
Es sind auch sonst keine Vorteile einer Stationierung für Wannweil erkennbar.

Fluglärm

Auch wenn das Lärmschutzgutachten darlegt, dass die Grenzwerte eingehalten werden, betrachten viele unserer BürgerInnen das Thema Fluglärm mit Sorge.

Denkbare Gemeindeentwicklung, Landwirtschaft

Als eine Gemeinde mit der kleinsten Gemarkung in der gesamten Region verliert Wannweil eine gut genutzte landwirt¬schaftliche Fläche, die mit Realisierung des Standortes in einer Größenordnung von mehreren Hektar für die jetzige und auch für etwaige zukünftige andere Nutzungen nicht mehr zur Verfügung steht.

Naherholungsgebiet

Das Naherholungsgebiet Koblet mit tangiertem Streuobstbestand wäre nachteilig betroffen. Selbst ArbeitnehmerInnen aus dem Industriegebiet Mark West nutzen ihre Pausen für Spaziergänge im Gebiet.

Abwägung getroffen

Im Wissen um andere Standortvorschläge, z. B. im Raum Balingen, vor allem aber bei einem sehr guten Alternativstandort Tübingen, können wir keine Notwendigkeit erkennen, einem etwaigen Standort Wannweil Vorrang einzuräumen.

Stimmen Sie deshalb am 6.11.2022 mit „Nein":

Der ablehnende Beschluss des Gemeinderates vom 26.7.2022 soll nicht aufgehoben werden!

Alfred Allgaier (CDU), Helmut Bader (FL), Armin Dieterle (SPD), Erich Herrmann (CDU),
Barbara Kasper (BiWa), Martina Lietz (FWV), Martin Rein (CDU), Dominik Taubmann (FL), Ruth Uhlisch (GAL)

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